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In October 2019 I listened to animals imitating humans, 2019
Martin Roth
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Sound and Sounddesign: Paul Remund

Bildunterschrift

Bauschutt und Bruchstücke von Skulpturen bedecken in Martin Roths Klang- und Rauminstallation den Boden. Eine posthumane Trümmerlandschaft. Doch einzelne Pionierpflanzen erobern sich das Zeugnis menschlicher Ausbeutung und Zerstörungskraft zurück. Sie haben überlebt, ebenso wie die Vögel, deren Zwitschern zu vernehmen ist. Sie imitieren Zivilisationsgeräusche wie Klingeltöne, Sirenen, Autolärm – ein reales Phänomen, mit dem Roth den abwesenden Menschen, das Anthropozän als Spur in die dystopische Szenerie holt. Im Unterschied zum hoffnungsvollen Lebenswillen der Pflanzen erscheinen ihre Gesänge jedoch wie ein Abgesang auf eine aus den Rudern gelaufene Zivilisation. Wie viele der konstruierten, ephemeren Landschaften in Roths Werk erzeugt die Installation ein Spannungsfeld aus Künstlichem und Humanem, der Natur und dem Domestizierten. Sie lässt uns aus der Zukunft auf eine Vergangenheit blicken, die selbst noch zukünftig ist.

Leihgabe Familie Roth
Dank an Margret und Hans Roth, Margareta Sandhofer, Manuela Schlossinger, Alexander Kleinlercher und Anita Fuchs (Pflanzen)