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Drei Ähren, ca. 1985
Anni Gamerith
Ein Brief an den Weizen, ca. 1990
Oskar Grollegger
Fructus, 1988
Maximilian Moser

Bildunterschrift

Während über Jahrhunderte durch stete Selektion und Kreuzung viele Kultursorten entstanden sind und damit die Ernährungssicherheit der Welt verbessert wurde, hat sich im Laufe weniger Jahrzehnte die Vielzahl genutzter Arten und Sorten dramatisch reduziert. Die Abhängigkeit von global agierenden Konzernen ist hingegen stark gestiegen. Diese Tendenz findet sich nicht nur im Bereich der Nahrungsmittelpflanzen, sondern auch bei Saatgut für die Anlage blütenreicher Wiesen, Gärten, Dachbegrünungen und ähnlichem. In jüngerer Zeit kommt es bei wichtigen Nutzpflanzen immer wieder zur großflächigen Schädigung von Nutzpflanzen durch Naturkatastrophen, Krankheiten und Schädlinge. In der Regel lässt sich dem nur durch Rückkreuzung mit alten resistenten Arten und Sorten, den Abschied von Monokulturen und eine bessere Standortsanpassung begegnen.

Anni Gamerith setzte sich schon in den 1950er-Jahren mit den alten Sorten und dem Wissen bäuerlicher Überlieferung auseinander. Erhalten blieben neben Publikationen diese drei Ähren einer alte Sorte der Waldstaude, einem zweijährig angebauten Vorfahren des Roggens. Ein Brief an den Weizen von Oskar Grolleger thematisiert die Veränderung der Nutzpflanzen, vom Verlust der Vielfalt bis hin zum Geschmack. Fructus aus Graz, herausgegeben von Maximilian Moser, war eine der beiden Organisationen, aus denen in Schiltern, NÖ, die Arche Noah entstand. Die Arche ist mit heute 11.000 Mitgliedern zum weltweit größten Verein gewachsen, der für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt eintritt.


Dank an Maximilian Moser